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ZUR ERÖFFNUNG DER BAHNVERLÄNGERUNGEN
1. FLUGHAFEN—TEMPELHOF (SÜDRING) 2. STADION—RUHLEBEN 3. THIELPLATZ—KRUMME LANKE
SOWIE DER
BAHNHOFSERWEITERUNGEN
BÜLOWSTRASSE UND NOLLENDORFPLATZ
AM 22. DEZEMBER 1929
A. Verlängerung Bahnhof Flughafen—Bahnhof Tempelhof (Südring)
Die Länge dieser Erweiterung beträgt 854 m. Die landespolizeiliche Genehmigung wurde am 16. Februar 1925/2. März 1926 erteilt. Die Strecke ist als Untergrundbahn ausgeführt. Die Bahnbauten begannen im November 1927 bzw. im Februar 1928. Die verhältnismäßig lange Dauer der Bauarbeiten erklärt sich aus den Schwierigkeiten, die die Kreuzung mit der Ringbahn mit sich brachte. Zugleich mit dem Bau der Untergrundbahn sollte auf Wunsch der Stadt Berlin eine Verbreiterung der Berliner Straße und somit ihrer Unterführung unter der Ringbahn ausgeführt werden. Zu diesem Zweck wurde im April—Mai 1928 ein Vertrag zwischen der Deutschen Reichsbahngesellschaft einerseits und der Stadt Berlin und der Nordsüdbahn-Aktiengesellschaft anderseits über den Entwurf dieser Kreuzung und im Zusammenhang hiermit über Inanspruchnahme reichsbahneigenen Geländes und über zweckmäßige Anlagen für den Übergangsverkehr abgeschlossen. Der neue Bahnhof liegt südlich der Ringbahn. Am nördlichen Ende ist ein unmittelbarer straßenfreier Übergang zur Reichsbahn vorgesehen. Der Bahnsteig hat eine Länge von 120 m und eine Breite von 9 m. Die Tunnelrohbauarbeiten wurden nördlich der Ringbahn von der Firma G. Tesch, südlich der Ringbahn von der Firma Lerche & Nippert ausgeführt. Die Verlegung der Oberbaues bewirkte die Nordsüdbahngesellschaft in eigener Regie, die Beleuchtungs-, Fernsprech- und Uhrenanlagen wurden von Siemens-Schuckert und Siemens & Halske geliefert, die Stromzuführungsanlage von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft. Die Sicherungsanlagen sind von den Vereinigten Eisenbahn-Signalwerken geliefert und eingebaut worden. Der Umbau der Ringbahnbrücke wurde im Auftrage der Stadt Berlin im Benehmen mit der Reichsbahn von der Berlinischen Bodengesellschaft m. b. H. bewirkt.
 Bahnhof Tempelhof (Südring), Bahnsteig.
 Bahnhof Tempelhof (Südring), südlicher Vorraum.
Die neue Strecke wird im Zusammenhang mit der Vorstrecke mit durchlaufenden Zügen betrieben. Der Umsteigeverkehr mit der Straßenbahn, der bisher am Bahnhof Flughafen stattfand, wird sich nunmehr nach dem neuen Bahnhof verschieben, so daß zugunsten des Flughafenverkehrs eine Entlastung des bisherigen Endbahnhofs Flughafen eintritt. Für künftig ist eine weitere Verlängerung der Bahn um etwa 1,7 km bis über den Teltowkanal mit den Bahnhöfen „Rathaus Tempelhof“ und „Ullsteinstraße“ vorgesehen; die landespolizeiliche Genehmigung für diese Erweiterung liegt bereits vor.
 Bahnhof Tempelhof (Südring) mit Übergang zum Ringbahnhof.
 Lageplan und Längsschnitt der Strecke Flughafen–Tempelhof (Südring).
 Abbrucharbeiten an der alten Ringbahnbrücke.
E. Allgemeines
Das von der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG.) betriebene Schnellbahnnetz weist nach Eröffnung der neuen Strecken folgende Gesamtlängen auf:
| | Im Betrieb km | Neue Linien km | zusammen km |
| Kleinprofillinien | 40,08 | 3,97 | 44,05 |
| Großprofillinien | 19,54 | 0,85 | 20,39 |
| Zusammen | 59,62 | 4,82 | 64,44 |
 Übersichtsplan der Schnellbahnlinien.
Die bisherige Verkehrsentwicklung der U-Bahn ist aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich. Das starke Anwachsen des Verkehrs ist neben der Vergrößerung des Netzes namentlich auch der Einführung der kostenlosen Umsteigeberechtigung mit Straßenbahn und Omnibus zuzuschreiben.
| Jahr | Bahnnetz am Jahresende km | Zahl der Bahnhöfe | Fahrgäste im Jahr Mill. | Bewohner im heutigen Gebiet Berlins Mill. | Jährl. Schnell- bahn-Fahrten je Einwohner |
| 1905 | 11,2 | 14 | 34,5 | 3,23 | 10,7 |
| 1910 | 20,8 | 27 | 56,9 | 3,73 | 15,7 |
| 1915 | 37,6 | 46 | 71,6 | 3,72 | 19,2 |
| 1920 | 37,6 | 46 | 101,0 | 3,86 | 26,2 |
| 1925 | 46,9 | 60 | 172,5 | 4,04 | 19,2 |
| 1929 | 59,6 | 71 | 277,0 | 4,30 | 64,4 |
| Zuwachs | 4,8 | 5 | | | |
| Zusammen | 64,4 | 76 |
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